Forschungsprojekte

Kurze Darstellung der Forschungsschwerpunkte in Forschung und Lehre

Die Austronesistik legt ihren Schwerpunkt auf gesellschaftliche, kulturelle, historische und politische Entwicklungen der südostasiatischen Inselwelt, mit besonderer Berücksichtigung Indonesiens, auf der Basis eines breiten kulturwissenschaftlichen Ansatzes. Hier liegt ein besonderes Augenmerk der Forschung auf der Analyse religiöser Entwicklungen, Gender, rituellen Alltagspraktiken und Medienkulturen. Des Weiteren ist die Beschäftigung mit Nationalliteraturen ein traditioneller Forschungsschwerpunkt des Faches.

Die Südsee-Forschung der Hamburger Abteilung ist nach wie vor stärker sprachwissenschaftlich orientiert, stellt sich verstärkt aber auch den vielfältigen literatur- und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen. Die traditionsreiche Hamburger Südsee-Forschung ist jedoch nicht durch eine eigene Stelle vertreten. Mit dem Sprachlehrangebot verschiedener Südseesprachen bietet das Institut im deutschsprachigen Raum ein einzigartiges Unterrichtsangebot.

Forschungsschwerpunkte im einzelnen

Kulturwissenschaftliche Fragestellungen (ethnologische und historische), literatur- und allgemein textwissenschaftliche Fragestellungen. Hier reicht das Spektrum von der Grundlagenforschung (Hermeneutik, Rezeption, Institution Literatur) über die Erforschung national- (Indonesien, Malaysia, Philippinen, Ozeanien) und regionalsprachlicher traditioneller wie moderner Literaturen (Java, Nordsumatra, Nordsulawesi, Flores, Timor) bis hin zur Medienanalyse (Konventionen indonesischer Pressetexte). Aufzeichnung traditioneller Literaturen (Nordsulawesi; Timor; Sabah). Kulturkontakt (Nachbarethnien; Minoritäten: Nordsumatra, Nordsulawesi). Aufzeichnung und wissenschaftliche Darstellung austronesischer Sprachen sowie ihre historisch-vergleichende Erforschung (derzeit insbesondere Ozeanien).

Laufende Forschungsprojekte:

Juniorprofessorin Dr. Monika Arnez:

  • Bildung und Moral: Ordnungsvorstellungen in islamischer Gegenwartsliteratur in Indonesien
  • Buchprojekt: Negotiating women’s rights: Muslim women’s organizations in Indonesia and Malaysia.
    Dieses Projekt basiert auf mehrmonatiger Feldforschung in muslimischen Frauenorganisationen in den Städten Jakarta, Yogyakarta und Surabaya auf der indonesischen Insel Java. Betrachtet man die Entwicklungen, die sich seit dem Sturz Präsident Suhartos im Mai 1998 in Indonesien ereignet haben, so wird deutlich, dass sowohl islamistische als auch dem liberalen Islam zugehörige Akteurinnen neue politische und gesellschaftliche Freiheiten gewonnen haben und ihre Handlungsräume entsprechend erweitern konnten. Meine Forschungsarbeiten knüpfen hier an, indem sie sich der Frage widmen, auf welche Weise muslimische Akteurinnen diese neuen Möglichkeiten genutzt haben und inwiefern sie ihre Rechte verstärkt einfordern. Inwiefern nutzen Akteurinnen, insbesondere der islamischen Massenorganisationen Nahdlatul Ulama und Muhammadiyah, Interpretationen islamischer Quellen als Mittel zur Partizipation beziehungsweise welche anderen Wege haben sie diesbezüglich beschritten? Eine weitere Feldforschung zu Frauenorganisationen in Malaysia ist für 2012 geplant.
  • Moral und Sexualität literarischen Texten der malaiischen Welt
    Innerhalb des zweiten Bereichs liegt der Schwerpunkt auf der Frage welche Zugänge indonesische Schriftstellerinnen zu der in der Öffentlichkeit kontrovers diskutierten Thematik von Körper und Moral gewählt haben. Eine neue Publikation zu diesem Thema mit dem Titel „Repräsentationen von Moral und Sexualität in literarischen Texten der malaiischen Welt“ ist im Jahre 2011 in der Reihe Hamburger Südostasienstudien erschienen. Eine englische, erweiterte Fassung ist derzeit in Vorbereitung.


Redebeiträge Thai-Tag 2010 (mp3-Dateien)





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