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Die Türkei in Europa

Die Türkei zählt inzwischen zu den zwanzig größten Industrienationen weltweit und ist für Deutschland ein sehr wichtiger Partner. Wichtige Stichworte in diesem Kontext sind der EU-Integrationsprozess, die in vielen Bereichen koordinierte Sicherheits- und Außenpolitik, die engen Wirtschaftsbeziehungen, die große türkische bzw. türkeistämmige Diaspora in Deutschland, aber zunehmend auch die rasch wachsende Beziehungsdichte in Wissenschaft, Kultur und Bildung. Aus außen- wie innenpolitischen Gründen ist eine größere Türkeikompetenz von Politik, Gesellschaft und Wissenschaft in Zukunft unverzichtbar.

Trotz dieses offensichtlich großen Bedarfs an Türkeikompetenz existiert in Deutschland de facto keine interdisziplinäre Türkeiforschung. Dem will das in Gründung befindliche TürkeiEuropaZentrum Hamburg begegnen, indem es Türkeikompetenz in und um Hamburg institutionell zusammenführt, durch Kooperation vertieft und ausbaut, diese bundes- und europaweit vernetzt und mit türkischen Partnern innovative Forschungs- und Dialogprojekte durchführt.



Initiative in Hamburg: Etablierung des TürkeiEuropaZentrums Hamburg

Um in Deutschland eine angesichts des großen Bedarfs unverzichtbare Stätte der interdisziplinären Türkeiforschung zu etablieren, beschlossen im Verlauf des Jahres 2008 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen und Forschungseinrichtungen , sich in einem Zentrum zu vernetzen und in Hamburg die Gründung eines TürkeiEuropaZentrums voranzutreiben. Das Zentrum ist eine interdisziplinäre Einrichtung an der Universität Hamburg, das an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät bzw. dem Asien-Afrika-Institut loziert ist.

Im Zentrum sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus etlichen Disziplinen und mehreren Hamburger bzw. norddeutschen Wissenschaftseinrichtungen langfristig zusammenarbeiten. Dies wird in enger Abstimmung mit dem Essener Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI) geschehen, dessen Arbeitsschwerpunkte Migrations- und Integrationsfragen sind. Ein zentraler Punkt der Zusammenarbeit mit dem Essener Zentrum für Türkeistudien ist die zukünftige gemeinsame Herausgabe der Zeitschrift für Türkeistudien ab Herbst 2009.

Darüber hinaus bestehen weitere Kooperationen mit einer Reihe nationaler und internationaler Partner, mit denen eine enge institutionelle Zusammenarbeit vereinbart wurde.

Organisatorisch und ideell wird die Gründung des Zentrums auch von der Hamburger Handelskammer unterstützt.


Zielsetzungen des Zentrums für die kommenden Jahre

Die Arbeit des Zentrums in den kommenden Jahren umfasst

1. die Durchführung eines ersten kooperativen Forschungsprojekts, in dem die Austauschprozesse zwischen der Türkei und Westeuropa und die daraus resultierenden wechselseitigen Veränderungen interdisziplinär untersucht werden sollen

2. die Vernetzung der in Hamburg (und Norddeutschland) existierenden Türkeikompetenz und des wissenschaftlichen Interesses an der Türkei

3. die Etablierung thematisch organisierter Fachkommissionen und die Einrichtung weiterer Kommissionen

4. den Ausbau dieser Kommissionen zu Zentren nationaler und internationaler Forschungsnetzwerke durch Workshops und durch die Entwicklung kooperativer Forschungsprojekte

5. den Aufbau einer Kommunikationsplattform zur Türkeiforschung und zu den deutsch-/westeuropäisch-türkischen Beziehungen.

6. die Integration der durch das Zentrum bearbeiteten Themenfelder in die Lehre in den verschiedenen beteiligten Disziplinen, wobei bereits jetzt einige interdisziplinäre Lehrveranstaltungen wie die Ringvorlesung Die Türkei in Europa für das WS 2009/10 in Planung sind

7. die Beförderung des Interesses des wissenschaftlichen Nachwuchses an interdisziplinärer Türkeiforschung

8. auf den vorgenannten Schritten basierend der Aufbau eines "Kompetenzpools Türkei" für Politik, Wirtschaft, Medien und Gesellschaft und schließlich

9. halbjährliche deutsch/westeuropäisch-türkische Dialogveranstaltungen - Europäisch-Türkisches Forum - an wechselnden Orten in Deutschland und der Türkei gemeinsam mit dem Istanbul Policy Center (Sabancı Universität, Istanbul).