Über die Abteilung
Schwerpunkte
Mit drei Professuren für die Kunde Südasiens, einer Professur für Tibetologie und zwei Lektorenstellen zählt Hamburg innerhalb Deutschlands zu einer der größten Abteilungen mit den Schwerpunkten Indologie und Tibetologie.
Forschung und Lehre präsentieren sich in der Abteilung für Kultur und Geschichte Indiens und Tibets in einer breiten Ausrichtung. Sie umfassen die Beschäftigung mit kulturellen, religionsgeschichtlichen, historischen und sozialgeschichtlichen Themen. Die Erforschung dieser Bereiche bedarf gründlicher Kenntnisse der Primärquellen in einer Reihe relevanter indischer Sprachen und Tibetisch.
Ein Ziel der Lehre ist es, auf der Basis historischer Betrachtung kulturelle Kontinuitäten zu vermitteln und das Verständnis für diachronische Veränderungen zu schärfen.
In Forschung und Lehre bestehen drei große Schwerpunkte:
1. Klassische Indologie
Die Arbeitsschwerpunkte in der Erforschung des alten- und mittelalterlichen Indien sind: indische religiöse Traditionen unter besonderer Berücksichtigung des Buddhismus von seinen Anfängen bis hin zu späteren tantrischen Entwicklungen, sowie indische Philosophie und Sanskrit-Literatur, letzteres umfasst das gesamte Spektrum von den Epen und Puranas bis hin zur höfischen Kunstdichtung. Der Schwerpunkt der Sprachausbildung liegt auf Sanskrit. Daneben werden aber auch Pali und andere mittelindische Sprachen angeboten, sowie buddhistisches Chinesisch.
2. Neuzeitliches Südasien
Im Bereich der südasienkundlichen Studien der Neuzeit liegt der Schwerpunkt auf der Arbeit mit Primärquellen der letzten hundert Jahre. Literarische Texte, Film und Medien werden unter verschiedensten theoretischen Gesichtspunkten betrachtet: literaturkritisch, linguistisch, sozial- und politikwissenschaftlich. Ein besonderer Arbeitsschwerpunkt ist die Erforschung kultureller Phänomene in einem breiten historischen, kulturellen und religiösen Kontext. Der Schwerpunkt der Sprachausbildung liegt auf den neuindischen Sprachen Hindi und Urdu. Daneben wird aber auch zeitweilig Bengali angeboten.
3. Sprache und Kultur Tibets
Schwerpunkt der Hamburger Tibetologie ist die Philosophie-, Religions- und Kulturgeschichte Tibets auf der Grundlage einer exakten philologischen Erschließung der Primärquellen. Die traditionell enge Zusammenarbeit mit der in Hamburg stark buddhologisch orientierten Indologie bildet dafür die optimale Voraussetzung. Die Vermittlung einer soliden Kenntnis des klassischen Tibetisch und die Anwendung bestimmter Forschungsmethoden (insbesondere der historisch-philologischen) ist wesentliche Grundlage des Studiums. Wichtiger Bestandteil der Ausbildung ist neben dem klassischen auch das moderne Tibetisch. Zum einen hat es sich gezeigt, dass die Beherrschung der gesprochenen Sprache zu einem besseren Verständnis des klassischen Tibetisch beiträgt, zum anderen erfordern auch bestimmte Forschungsansätze die Zusammenarbeit mit tibetischen Gelehrten oder Informanten.
Enge Forschungskontakte bestehen mit den anderen Abteilungen des Asien-Afrika-Instituts sowie mit Universitäten und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen in Oxford, Berkeley, Napoli, Delhi, Lahore, Tokyo und Moskau.
Die Abteilung besitzt eine Fachbibliothek mit erstklassigen Sammlungen auf den Gebieten des Jainismus und Buddhismus (einschließlich tibetischer kanonischer Texte), aber auch sehr gute Bestände in den Bereichen der Sanskrit-Literatur.
