Ahiṃsā – Nonviolence in Global Perspective
Eine Partnerschaft zwischen den Universitäten Hamburg und Kyoto
Das Projekt „Ahiṃsā – Nonviolence in Global Perspective“ ist ein blended-learning Format, das gemeinsam von der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Hamburg und der Faculty of Letters der Kyoto University entwickelt wurde. Es bringt Wissenschaftler:innen, Studierende und zivilgesellschaftliche Akteur:innen zusammen, um Gewaltlosigkeit nicht nur als religiöses Ideal, sondern als global relevantes ethisches Prinzip zu reflektieren.
Verankert in südasiatischen Traditionen – insbesondere im Jainismus und Buddhismus – hat das Prinzip der ahiṃsā zentrale Debatten über Mitgefühl, Umweltethik, Ernährungspraxis, soziale Gerechtigkeit und politische Verantwortung geprägt. Das Projekt knüpft an die lange Forschungstradition zu Jain- und Buddhismusstudien in Hamburg an und erweitert diese um eine transdisziplinäre und transkulturelle Perspektive, die klassische Philologie mit aktuellen globalen Fragestellungen verbindet.
Als studierendenzentriertes Lehrformat integriert das Programm digitale Lehre, kollaborative Forschungsprojekte und interkulturellen Austausch. Studierende aus Indologie, Religionswissenschaft, Philosophie, Friedens- und Konfliktforschung, Umweltwissenschaften und verwandten Disziplinen sind eingeladen, sich aktiv an der Gestaltung eines gemeinsamen akademischen Diskurses zwischen Deutschland und Japan zu beteiligen.
Projektleitung und Organisation Hamburg
Das Projekt wird von Corinna May Lhoir (Universität Hamburg) konzipiert und koordiniert. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin, Lehrende und Doktorandin im Bereich Jain Yoga und Manuskriptkulturen verbindet sie philologische Forschung, internationale Kooperation und innovative Lehrformate. Sie verantwortet die inhaltliche Ausrichtung, die didaktische Konzeption sowie die internationale Abstimmung zwischen Hamburg und Kyoto.
Prof. Dr. Michael Zimmermann (Universität Hamburg) begleitet das Projekt als akademischer Schirmherr. Als Professor für Buddhismuskunde und langjähriger Brückenbauer zwischen Hamburg und Japan bringt er seine Expertise in Buddhist Studies sowie seine umfassende Erfahrung in deutsch-japanischen Kooperationen ein.
Gemeinsam stehen sie für eine Verbindung aus institutioneller Kontinuität und konzeptioneller Weiterentwicklung.
Projektleitung und Organisation Kyoto
Der Kyoto-Teil des Projekts wird von Kyoko Amano, Professor für Indologie an der Graduate School of Letters der Kyoto University, koordiniert. Ausgebildet in Freiburg und mit fließenden Deutschkenntnissen verkörpert sie die interkulturelle Grundlage dieser Partnerschaft. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der vedischen Philologie und Ritualforschung; zugleich unterstützt sie den weiteren Ausbau der bilateralen Kooperation zwischen Hamburg und Kyoto.
Ahimsa Ringvorlesung
Die Ahimsa Ringvorlesung widmet sich dem Konzept der ahiṃsā (Gewaltlosigkeit) in seinen historischen, religiösen, philosophischen und gesellschaftlichen Dimensionen. In einer internationalen und interdisziplinären Perspektive versammelt die Vorlesungsreihe über ein Semester hinweg Beiträge aus unterschiedlichen Fachrichtungen, die ahiṃsā nicht nur als religiöses oder ethisches Ideal, sondern als dynamisches Denk- und Praxisfeld im globalen Kontext beleuchten. Ziel der Ringvorlesung ist es, akademische Forschung, kritische Reflexion und gesellschaftliche Relevanz miteinander zu verbinden und einen offenen Diskussionsraum zu schaffen, der Studierende, Fachpublikum und eine interessierte Öffentlichkeit gleichermaßen anspricht.
Alle Vorlesungen finden im Raum ESA W 221 statt. Bei hybriden Veranstaltungen erfolgt von dort aus ein Live-Stream.
Eine Broschüre kann hier heruntergeladen werden.
Hinweis zu Zeiten, Aufzeichnung und Teilnahme
Bitte beachten Sie, dass die Vortragszeiten innerhalb der Ringvorlesung variieren: Ein Teil der Vorlesungen findet regulär von 18:15–19:45 Uhr statt, während einzelne Beiträge – insbesondere die Beiträge aus Japan – aufgrund der Zeitverschiebung bereits von 08:15–09:45 Uhr angeboten werden. Es wird daher dringend empfohlen, sich vor dem Besuch einer Veranstaltung jeweils über Datum, Uhrzeit und Ort zu informieren. Alle Vorträge werden aufgezeichnet und im Anschluss dauerhaft über Lecture2Go sowie auf dieser Webseite zur Verfügung gestellt. Die Diskussionen im Anschluss an die Vorträge werden jedoch nicht aufgezeichnet, sodass ein Live-Besuch ausdrücklich empfohlen wird, um den Austausch und die interaktive Dimension der Ringvorlesung vollständig mitzuerleben.
On-Site-Modul an der Kyoto University (August 2026)
Im August 2026 wird das Projekt mit einem On-Site-Modul an der Kyoto University fortgesetzt. Über fünf Tage hinweg finden vertiefende Vorlesungen sowie angeleitete Textlektüren in Sanskrit und Prakrit statt, gefolgt von einem zweitägigen wissenschaftlichen Symposium.
Der Kyoto-Teil verbindet akademische Arbeit mit kultureller und zivilgesellschaftlicher Einbettung. Geplant ist unter anderem ein Besuch des Jain-Tempels in Kobe; optionale kontemplative Einblicke in japanisch-buddhistische Praxis ergänzen das Programm. Die Studierenden präsentieren ihre gemeinsamen Projekte und erhalten eine Teilnahmebescheinigung beider Universitäten.
Die Lecture Series in Hamburg und die Summer School in Kyoto bilden zusammen ein nachhaltiges Kooperationsmodell. Der Fokus auf ahiṃsā im Jahr 2026 markiert den Auftakt eines längerfristigen thematischen Zyklus, der in den kommenden Jahren weitere zentrale ethische Konzepte südasiatischer Traditionen aufgreifen wird.
Veranstaltungsort der Vorlesungsreihe an der Universität Hamburg: ESA W 221
Mit einem Klick auf + öffnen sich Abstract und Kurzbiografie


Yutaka Kawasaki is an Assistant Professor at the Asian Research Library (the University of Tokyo) specializing in Jainism and Early Buddhism. His research focuses on the monastic’s disciplines in mediaeval Jainism and works by Haribhadrasūri.
Sebastian Nehrdich is a tenure-track Assistant Professor at Tohoku University. He completed his PhD in Computational Linguistics at the University of Düsseldorf, co-supervised by Oliver Hellwig and Kurt Keutzer. He holds an MA in Buddhist Studies from the University of Hamburg. His work integrates digital philology, Buddhist textual analysis, and machine learning. He serves as Director of the Dharmamitra project that was founded at the Berkeley AI Research Lab (BAIR).




Through both cognitive lab research and fieldwork, I am tackling the mysteries of the evolution of sociality and intelligence through various animals such as chimpanzees and bonobos, as well as humans ourselves. The ultimate research theme is to understand what it means to be human; the evolution of human nature: we look at its past as well as its future. In particular, I am interested in social intelligence, which is the intelligence exhibited for group living, and my main keywords are empathy, bond formation, cooperation, culture, and collective society with group-mindedness. In recent years, we have further expanded the range of target animals (including humans) and are making practical efforts toward the realization of a better harmonious society between humans and non-human animals.

Somadeva Vasudeva received his PhD from Oxford University for work on the Yoga of the Mālinīvijayottara Tantra in 2000. Since then he has been a Postdoctoral Researcher at the École française d’Extrême-Orient in Pondicherry in South India and has held Sanskrit teaching positions at UC Berkeley, at Columbia University in New York, and Kyoto University in Japan. He is currently Professor of Indian Philosophy and Transcultural Studies at Kyoto University in Japan. His main areas of research are Theistic Yoga, Sanskrit Philosophy, Poetry and Aesthetics