Prof. Dr. Ludwig Paul

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Iranistik
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Schwerpunkte
- Vorsitzender der AAI-Prüfungsausschüsse
- Bafög Verantwortlicher der Iranistik
Im Jahre 1995 schloß ich mein Studium in Göttingen mit einer Dissertation über die moderne iranische Sprache Zazaki ab. 2002 habilitierte ich mich ebenfalls in Göttingen mit einer philologischen und linguistischen Arbeit über frühjüdischpersische Texte der Kairo Genizah. Im Jahre 2004 wurde ich an die Universität Hamburg berufen. Seitdem vertrete ich hier das Fach Iranistik (weitere Informationen zu meinem Lebenslauf, siehe unten).
Die beiden Qualifikationsschriften stehen für meine beiden Forschungsschwerpunkte: Westiranische Dialektologie und Geschichte des Persischen. Der erstgenannte schließt für mich alle historisch belegten westiranischen Sprachstufen ein bis hin zur Dokumentation und Beschreibung moderner iranischer Sprachen, mit Schwerpunkt auf Varietäten des Kurdischen und mit diesem nahe verbundener Sprachformen. Ziel ist die sprachgeographische und sprachhistorische, aber auch sprachtypologisch fundierte Analyse der Gesamtheit westiranischer Sprachen und Dialekte. Unter dem zweitgenannten verstehe ich die über 2.500-jährige zeitliche Tiefe des Persischen und seine räumliche Breite, bis hin zum Neupersischen des 21. Jahrhunderts. Ziel ist nicht nur die historische Grammatik des Persischen im Sinne der historischen Sprachwissenschaft, sondern auch die äußere Geschichte seiner Verbreitung, seiner Funktionalität und Entwicklung zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen Gesellschaften.
Neben den genannten beiden Forschungsschwerpunkten publiziere ich gelegentlich auch zu Geschichte und Landeskunde Irans, zum Teil mit Blick auf breitere Leserkreise, siehe mein 2025 erschienenes Buch Iran – Geschichte, Kultur und Gesellschaft. Eine praktische Landeskunde. Ein weiteres Forschngsgebiet, zu dem ich mehrere Aufsätze publiziert und einen Sammelband herausgegeben habe, ist das der Wissenschaftsgeschichte, das heißt der Geschichte der Iranistik und verwandter Fachdisziplinen.
Im Jahre 2024 startete ich eine Initiative zur Erforschung des Phänomens Lingua franca, die meine Forschungsinteressen an der Geschichte des Persischen mit meinem Interesse an Allgemeiner Sprachwissenschaft zusammenbringen soll. In deren Rahmen wird derzeit (2026) ein größerer Drittmittelantrag vorbereitet. Unter folgendem Link erhalten Sie eine von Lennard Pelikan (Konstanz) erstellte und von Salman Aliyari erweiterte Bibliographie/Literaturdatenbank zu diesem Thema.
SPP-Initiative "Lingua Franca" (pdf)
Derzeit (2026) laufende von Ludwig Paul betreute Drittmittelprojekte
2022-26 Das Persische im Osmanischen Reich (DFG, PA 742/6-2, SPP Transottomanica; Mitarbeiterin: Dr. Ani Sargsyan)
2023-26 Iranische Dialektliteratur: das Alt-Ṭabarī (10.-15. Jh. n. Chr.) (DFG, PA 742/13, Einzelprojekt, Mitarbeiter: Dr. Meysam Mohammadi)
2023-27 Die dialektale Stellung und sprachgeschichtliche Entwicklung des Gorani (DFG, PA 742/12, Einzelprojekt, Mitarbeiterin: Dr. Parwin Mahmoudweyssi)
2024-27 Die Erschließung der mittelalterlichen Fahlavi-Dichtung (DFG, PA 742/14, Einzelprojekt, Mitarbeiter: Dr. Pejman Firoozbakhsh)
2025-29 Die Sprachökologie der Region Kurdistan (DFG, Forschungsgruppe CODILAC, PA 742/15, Doktorandenstelle, Mitarbeiterin: Shabang Sardar)
„Dokumentation und historische Dialektologie des Luri (SW-Iran)“ (DFG, Einzelprojekt, Mitarbeiter: Dr. Salman Aliyari Babolghani, 2021 – 2024) - abgeschlossen