Himmlische Düfte und teuflischer Gestank: Zur Kulturgeschichte des Riechens im Iran
9. April 2026, von AAI Webmaster

Foto: Frau , loses Albumblatt, Iran, um 1575. Smithsonian National Musum of Art © Creative Commons Zero (CC0)
Die Iranistik und die Deutsch-Iranische Gesellschaft in Norddeutschland e.V. laden zu einem Vortrag ein:
Prof. Dr. Christian Lange (Utrecht)
Himmlische Düfte und teuflischer Gestank: Zur Kulturgeschichte des Riechens im Iran
Der Vortrag untersucht die Rolle von Geruch als sozialem und religiösem Marker im vormodernen Iran und im Nahen Osten. Zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert u. Z. wurden olfaktorische Zuschreibungen gezielt eingesetzt, um religiöse Orthodoxie zu behaupten oder zu delegitimieren. Politische und religiöse Eliten nutzten Geruchsrhetorik, um Frömmigkeit zu inszenieren und Häresie zu stigmatisieren, während Dichter und Chronisten Herrscher, Heilige und ihre Gegner als wohlriechend oder übelriechend darstellten. Der Vortrag zeigt, wie Geruch zur Aushandlung von Macht, Identität und religiöser Autorität beitrug und fragt zugleich nach der Langlebigkeit dieser Vorstellungen bis in die frühmoderne und moderne Zeit.
Donnerstag, den 9. April 2026
19:00 Uhr im Asien-Afrika-Institut, Edmund Siemers-Allee 1,
Flügelbau Ost, 2. Stock, Raum 221
Bei Fragen zu der Veranstaltung können Sie sich an Prof. Dr. Farridnejad(shervin.farridnejad"AT"uni-hamburg.de) wenden.

