Akademische Hoffnung, grausames Ende: Die Geschichte der Hedwig Klein
30. Juni 2026, von AAI Webmaster

Foto: De Gruyter
Akademische Hoffnung, grausames Ende: Die Geschichte der Hedwig Klein
Buchpräsentation
Prof. Dr. Sabine Schmidtke (Institute for Advanced Study, Princeton, US)
Wann: Dienstag, den 30. Juni, 18:15 Uhr
Wo: Asien-Afrika-Institut, Esa Ost, R. 221
Hedwig Klein (1911–1942) war eine brillante Islamwissenschaftlerin, deren Leben und Karriere durch den Holocaust auf tragische Weise jäh beendet wurden. In Antwerpen geboren und in Hamburg aufgewachsen, zeichnete sich Klein durch herausragende akademische Leistungen aus und erhielt 1937 für ihre Dissertation über das ibaditische Oman an der Universität Hamburg Bestnoten. Als Jüdin wurde ihr jedoch die Promotion verweigert. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch nach Indien im Jahr 1939 saß Klein bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Hamburg fest. Kurzzeitig wirkte sie an einem Projekt zur Erstellung eines Wörterbuchs des modernen Arabisch mit, bevor sie 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde. Diese Studie stützt sich auf umfangreiche Archivmaterialien, um Kleins Biographie – insbesondere für die Jahre 1937 bis 1942 – zu rekonstruieren. Darüber hinaus untersucht sie ihre Beteiligung an Hans Wehrs Arabisches Wörterbuch sowie die Kontroversen um dessen angebliche Verbindungen zur nationalsozialistischen Propaganda. Indem sie Kleins Leben und Werk beleuchtet, möchte die Studie ihr Andenken würdigen und Fehlvorstellungen über ihre wissenschaftliche Arbeit korrigieren.
Sabine Schmidtke ist Professorin für islamische Geistesgeschichte am Institute for Advanced Study in Princeton, USA, und Alumna des Hamburg Institute for Advanced Study. Der Verleger Walter de Gruyter weigerte sich 1938 Hedwig Kleins Dissertation zu veröffentlichen, weil sie Jüdin war. Jetzt erscheint Sabine Schmidtkes neuestes Buch Scholar of Islam, Victim of the Holocaust: The Tragic Story of Hedwig Klein – bei De Gruyter.
Diskutant*innen: Prof. Dr. Rainer Nicolaysen (Arbeitsstelle für Universitätsgeschichte), Jun.-Prof. Dr. Nora Derbal (Islamwissenschaft)
Moderation: Dr. Sonja Gräber-Magocsi (Hamburg Institute for Advanced Study)

